Was ist eine Somatisierungsstörung?

Eine Somatisierungsstörung ist eine psychosomatische Erkrankung, bei der Betroffene über lange Zeit unter vielfältigen, oft wechselnden körperlichen Beschwerden leiden, für die trotz gründlicher medizinischer Untersuchung keine ausreichende organische Ursache gefunden wird. Die Beschwerden sind real und keineswegs eingebildet: Sie entstehen durch ein komplexes Zusammenspiel von Körper, Psyche und Lebensumständen.

Die Somatisierungsstörung ist die ausgeprägteste Form der somatoformen Störungen. Körperliche Beschwerden ohne ausreichende organische Erklärung sind dabei weit verbreitet: Fachleute gehen davon aus, dass sie bei etwa jedem fünften Patienten in Arztpraxen eine Rolle spielen. Bis zur richtigen Diagnose vergehen oft mehrere Jahre, in denen Betroffene zahlreiche Fachärzte aufsuchen und sich immer neuen Untersuchungen unterziehen.

Viele Betroffene fühlen sich in dieser Zeit unverstanden oder nicht ernst genommen. Dabei ist eine Somatisierungsstörung eine anerkannte Erkrankung, die einer fachkundigen, ganzheitlichen Behandlung bedarf und gut behandelbar ist.

Wann ist eine Behandlung in unserer Privatklinik sinnvoll?

Eine stationäre Therapie in der Habichtswald Privat-Klinik bietet Ihnen den nötigen Halt, wenn:

  • die körperlichen Beschwerden Ihren Alltag und Beruf stark einschränken
  • ambulante Behandlungen keine ausreichende Besserung gebracht haben
  • zahlreiche Arztbesuche und Untersuchungen ohne Ergebnis Sie zunehmend belasten
  • zusätzlich depressive Verstimmungen oder Ängste auftreten
  • Sie einen strukturierten, intensiven Behandlungsrahmen benötigen

Ihr Ansprechpartner

Das Aufnahmebüro der Habichtswald Privat-Klinik

Das geschulte Team der Patientenverwaltung der Habichtswald Privat-Klinik in Kassel berät Sie kompetent und persönlich zu Fragen bezüglich Aufnahme, Kostenübernahme oder Ihrem Aufenthalt.

Sie erreichen uns telefonisch : 0561 / 3108 - 100

Mo. - Do. 8:00 - 16:00 und Fr. 8:00 -14:00

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Ursachen einer Somatisierungsstörung

Eine einzelne Ursache für eine Somatisierungsstörung gibt es nicht. Fachleute gehen von einem biopsychosozialen Modell aus, in dem körperliche, psychische und soziale Faktoren zusammenwirken und sich gegenseitig verstärken. Die wichtigsten Ursachen einer Somatisierungsstörung lassen sich in vier Bereiche gliedern:

Ursache

Veränderte Körperwahrnehmung

Normale Körpersignale wie Herzklopfen, Verdauungsgeräusche oder Verspannungen werden stärker wahrgenommen und als bedrohlich bewertet. Die erhöhte Aufmerksamkeit verstärkt die Beschwerden, wodurch ein sich selbst verstärkender Kreislauf entsteht.

Ursache

Psychische Belastungen

Chronischer Stress, ungelöste Konflikte und belastende oder traumatische Erfahrungen können sich körperlich ausdrücken. Besonders wenn Gefühle schwer wahrgenommen oder in Worte gefasst werden können, sucht sich die innere Anspannung einen körperlichen Weg.

Ursache

Prägende Lernerfahrungen

Wer in der Kindheit erlebt hat, dass körperliche Beschwerden besonders viel Zuwendung erhalten oder schwere Krankheiten in der Familie eine große Rolle spielten, entwickelt häufiger eine erhöhte Sorge um die eigene Gesundheit.

Ursache

Aufrechterhaltende Faktoren

Schonverhalten, sozialer Rückzug und immer neue Untersuchungen bringen kurzfristig Erleichterung, halten die Beschwerden langfristig aber aufrecht. Der Körper wird weniger belastbar und die Aufmerksamkeit bleibt dauerhaft auf die Symptome gerichtet.

Symptome einer Somatisierungsstörung

Typisch für eine Somatisierungsstörung sind mehrere körperliche Beschwerden, die verschiedene Organsysteme betreffen und im Verlauf häufig wechseln. Die Symptome einer Somatisierungsstörung variieren in Intensität und Ausprägung. Nicht jede betroffene Person erlebt alle der folgenden Beschwerden.

Magen-Darm- und Herz-Kreislauf-Beschwerden

  • Bauchschmerzen, Übelkeit, Völlegefühl und Blähungen
  • Durchfall, Verstopfung oder häufiger Wechsel zwischen beidem
  • Herzklopfen, Herzstolpern, Brustschmerzen und Atemnot ohne organischen Befund

Schmerzen und weitere körperliche Symptome

  • Kopf-, Rücken-, Gelenk- und Gliederschmerzen
  • Schwindel, Kribbeln oder Taubheitsgefühle auf der Haut
  • Beschwerden beim Wasserlassen und Unterleibsschmerzen
  • Menstruationsbeschwerden und sexuelle Funktionsstörungen
  • Anhaltende Erschöpfung und rasche Ermüdbarkeit

Psychische Begleiterscheinungen

  • Ständige Sorge um die eigene Gesundheit und starke Fixierung auf die Beschwerden
  • Häufige Arztwechsel und der Wunsch nach immer neuen Untersuchungen
  • Schwierigkeit, unauffällige Befunde als beruhigend anzunehmen
  • Niedergeschlagenheit, innere Unruhe und Ängste
  • Sozialer Rückzug und Einschränkungen in Beruf und Familie

Somatisierungsstörung vs. Hypochondrie

Bei der Somatisierungsstörung stehen die körperlichen Beschwerden selbst im Vordergrund: Betroffene leiden unter vielfältigen, oft wechselnden Symptomen und wünschen sich vor allem deren Linderung. Bei der Hypochondrie dagegen steht die anhaltende Angst im Mittelpunkt, an einer bestimmten schweren Krankheit wie Krebs oder einer Herzerkrankung zu leiden.

Beide Störungsbilder können sich überschneiden und gemeinsam auftreten. Weil sich die Behandlungsschwerpunkte unterscheiden, ist eine sorgfältige diagnostische Abklärung wichtig, die auch mögliche körperliche Erkrankungen gewissenhaft ausschließt.

Wann sollte ich professionelle Hilfe suchen?

Professionelle Unterstützung ist insbesondere dann sinnvoll, wenn

  • körperliche Beschwerden seit mehreren Monaten ohne erklärenden Befund bestehen
  • die Sorge um Ihre Gesundheit einen Großteil Ihres Alltags bestimmt
  • Beruf, Familie oder Freizeit durch die Beschwerden deutlich leiden
  • zusätzlich Niedergeschlagenheit, Ängste oder Hoffnungslosigkeit auftreten
Persistierende depressive Störung (Dysthymie)

Hilfe bei Somatisierungsstörung

Jahrelange Beschwerden ohne klare Antwort zehren an den Kräften. In der Habichtswald Privat-Klinik nehmen wir Ihre Symptome ernst und betrachten Körper und Seele gemeinsam. Mit tiefem Verständnis, absoluter Diskretion und hoher fachlicher Kompetenz begleiten wir Sie dabei, Ihre Beschwerden zu verstehen und wieder mehr Lebensqualität zu gewinnen.

Kontakt aufnehmen

Behandlung der Somatisierungsstörung

Eine Somatisierungsstörung ist gut behandelbar, wenn Körper und Psyche gemeinsam in den Blick genommen werden. Unser multimodales Behandlungskonzept verbindet evidenzbasierte Psychotherapie mit ärztlicher Begleitung und körperorientierten Therapieverfahren, abgestimmt auf Ihre individuelle Situation.

  • Umfassende Diagnostik & Anamnese: Zu Beginn sichten wir Ihre bisherigen Befunde und klären offene medizinische Fragen sorgfältig, ohne unnötige Doppeluntersuchungen. Wir erfassen Ihre Beschwerden, Ihre Vorgeschichte und individuelle Belastungsfaktoren, um eine präzise Behandlungsplanung zu ermöglichen.
  • Psychoedukation & Erklärungsmodell: Zu verstehen, wie Stress, Aufmerksamkeit und Gefühle körperliche Beschwerden beeinflussen, entlastet viele Betroffene spürbar. Gemeinsam entwickeln wir ein Erklärungsmodell, das Ihre Symptome ernst nimmt und neue Wege eröffnet.
  • Psychotherapeutische Bearbeitung: Kognitive Verhaltenstherapie und tiefenpsychologisch fundierte Verfahren helfen, den Kreislauf aus Beschwerden, Sorge und Schonverhalten zu durchbrechen und belastende Gefühle besser wahrzunehmen. Einzel- und Gruppentherapie ergänzen sich dabei.
  • Körperorientierte Begleittherapien: Bewegungstherapie, Entspannungsverfahren und Achtsamkeitsübungen stärken das Vertrauen in den eigenen Körper und fördern einen gelasseneren Umgang mit Körpersignalen.
  • Alltagstransfer & Nachsorge: Wir erarbeiten mit Ihnen Strategien für den Umgang mit Beschwerden im Alltag und planen die ambulante Weiterbehandlung, damit das Erreichte dauerhaft trägt.
Ärztin und Therapeut in der Habichtswald Privat-Klinik