Bei einer anhaltenden somatoformen Schmerzstörung leiden Betroffene über mindestens sechs Monate unter starken, quälenden Schmerzen, die sich durch körperliche Befunde nicht oder nicht ausreichend erklären lassen. Häufig betroffen sind Rücken, Kopf, Bauch oder Unterleib. Die Schmerzen sind real und keineswegs eingebildet: Sie entstehen im Zusammenspiel von Körper, Psyche und Lebensumständen.
Die anhaltende somatoforme Schmerzstörung gehört zu den somatoformen Störungen. Typisch ist, dass die Schmerzen in Verbindung mit emotionalen Konflikten oder psychosozialen Belastungen auftreten, denen eine wesentliche ursächliche Rolle zukommt. Viele Betroffene haben bereits einen langen Weg durch verschiedene Facharztpraxen hinter sich, bevor die Diagnose gestellt wird.
Gerade nach jahrelanger Suche fühlen sich viele Betroffene unverstanden. Dabei ist die anhaltende somatoforme Schmerzstörung eine anerkannte Erkrankung, die sich mit einer ganzheitlichen Behandlung gut lindern lässt.
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Eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung hat selten eine einzelne Ursache. Fachleute erklären sie mit einem biopsychosozialen Modell: Seelische Belastungen, frühe Erfahrungen und eine veränderte Schmerzverarbeitung im Nervensystem wirken zusammen und verstärken sich gegenseitig. Die wichtigsten Ursachen lassen sich in vier Bereiche gliedern:
Ursache
Ungelöste Konflikte, Verluste, Kränkungen oder anhaltende Überforderung können sich als Schmerz äußern. Besonders wenn Gefühle wie Trauer, Wut oder Angst schwer zugänglich sind, findet die innere Not einen körperlichen Ausdruck.
Ursache
Belastende Erfahrungen in Kindheit und Jugend, etwa emotionale Vernachlässigung, Gewalt oder frühe Verluste, erhöhen das Risiko für chronische Schmerzen. Sie prägen, wie Körper und Psyche später auf Stress und Bedrohung reagieren.
Ursache
Bei lang anhaltenden Schmerzen kann das Nervensystem empfindlicher werden und ein Schmerzgedächtnis ausbilden. Reize, die eigentlich harmlos sind, werden dann als schmerzhaft erlebt, auch wenn im Gewebe keine Schädigung vorliegt.
Ursache
Aus Angst vor Schmerzen vermeiden viele Betroffene Bewegung und Aktivitäten. Kurzfristig entlastet das, langfristig wird der Körper jedoch weniger belastbar, die Aufmerksamkeit bleibt auf den Schmerz gerichtet und die Beschwerden verfestigen sich.
Die Symptome einer anhaltenden somatoformen Schmerzstörung betreffen nicht nur den Körper, sondern auch das seelische Befinden und den Alltag. Im Mittelpunkt steht ein andauernder, schwerer Schmerz, der seit mindestens sechs Monaten besteht. Nicht jede betroffene Person erlebt alle der folgenden Anzeichen.
Von der anhaltenden somatoformen Schmerzstörung (ICD-10: F45.40) wird die chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren (F45.41) unterschieden. Bei dieser liegt der Ausgangspunkt der Schmerzen in einer körperlichen Erkrankung, etwa einem Bandscheibenvorfall. Psychische Faktoren bestimmen aber wesentlich mit, wie stark die Schmerzen sind und warum sie anhalten.
Bei einer Somatisierungsstörung stehen viele wechselnde Beschwerden in unterschiedlichen Organsystemen im Vordergrund, nicht ein einzelnes Schmerzbild. Bei der hypochondrischen Störung wiederum dominiert die Angst, an einer schweren Krankheit zu leiden. Weil Schmerzen zudem häufig mit Depressionen einhergehen, ist eine sorgfältige diagnostische Abklärung wichtig.
Professionelle Unterstützung ist insbesondere dann sinnvoll, wenn
Schmerzen, für die es keine klare Erklärung gibt, zehren an den Kräften und am Vertrauen in den eigenen Körper. In der Habichtswald Privat-Klinik nehmen wir Ihre Schmerzen ernst und betrachten Körper und Seele gemeinsam. Mit tiefem Verständnis, absoluter Diskretion und hoher fachlicher Kompetenz begleiten wir Sie auf dem Weg zu mehr Lebensqualität.
Eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung ist gut behandelbar, wenn Körper und Psyche gemeinsam in den Blick genommen werden. Unser multimodales Behandlungskonzept verbindet Psychotherapie mit ärztlicher Begleitung, Schmerzbewältigungstraining und körperorientierten Verfahren, abgestimmt auf Ihre individuelle Situation.

