Was ist eine hypochondrische Störung?

Eine hypochondrische Störung ist eine psychische Erkrankung, bei der Betroffene anhaltend befürchten oder fest davon überzeugt sind, an einer schweren körperlichen Krankheit zu leiden, etwa an Krebs, einer Herzerkrankung oder einer neurologischen Erkrankung. Harmlose Körperempfindungen werden als Warnzeichen gedeutet, und selbst unauffällige Untersuchungsergebnisse beruhigen nur für kurze Zeit.

Die hypochondrische Störung zählt nach der ICD-10 zu den somatoformen Störungen, umgangssprachlich ist auch von Hypochondrie die Rede. In der neueren Klassifikation ICD-11 wird sie den Zwangsstörungen und verwandten Störungen zugeordnet, weil ständiges Kontrollieren und Rückversichern das Krankheitsbild prägen. Die Angst ist für Betroffene sehr real und kann Alltag, Beruf und Beziehungen erheblich belasten.

Wer unter einer hypochondrischen Störung leidet, ist weder wehleidig noch eingebildet krank. Es handelt sich um eine anerkannte Erkrankung, die sich mit fachkundiger Behandlung gut lindern lässt.

Wann ist eine Behandlung in unserer Privatklinik sinnvoll?

Eine stationäre Therapie in der Habichtswald Privat-Klinik bietet Ihnen den nötigen Halt, wenn:

  • die Angst vor einer schweren Krankheit Ihre Gedanken einen Großteil des Tages bestimmt
  • unauffällige Befunde und ärztliche Beruhigung Sie nur kurzfristig entlasten
  • Arztbesuche, Selbstuntersuchungen oder Symptomsuche im Internet Ihren Alltag prägen
  • ambulante Behandlungen keine ausreichende Besserung gebracht haben
  • zusätzlich depressive Verstimmungen, Panikattacken oder Schlafprobleme auftreten

Ihr Ansprechpartner

Das Aufnahmebüro der Habichtswald Privat-Klinik

Das geschulte Team der Patientenverwaltung der Habichtswald Privat-Klinik in Kassel berät Sie kompetent und persönlich zu Fragen bezüglich Aufnahme, Kostenübernahme oder Ihrem Aufenthalt.

Sie erreichen uns telefonisch : 0561 / 3108 - 100

Mo. - Do. 8:00 - 16:00 und Fr. 8:00 -14:00

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Ursachen einer hypochondrischen Störung

Eine hypochondrische Störung entsteht in der Regel nicht durch eine einzelne Ursache. Fachleute gehen davon aus, dass mehrere Faktoren zusammenwirken: eine erhöhte Empfindsamkeit für Körpersignale, prägende Erfahrungen mit Krankheit und Denkmuster, die Unsicherheit schwer aushaltbar machen. Die wichtigsten Ursachen lassen sich in vier Bereiche gliedern:

Ursache

Katastrophisierende Bewertung

Harmlose Körperempfindungen wie ein Ziehen in der Brust oder ein verändertes Muttermal werden sofort als Anzeichen einer schweren Krankheit gedeutet. Die Angst löst ihrerseits Symptome wie Herzklopfen aus, die die Befürchtung scheinbar bestätigen.

Ursache

Erfahrungen mit Krankheit

Schwere Erkrankungen oder Todesfälle in der Familie, eigene belastende Krankheitserfahrungen in der Kindheit oder ein sehr besorgter Umgang der Eltern mit Gesundheit können die Überzeugung prägen, der eigene Körper sei besonders verletzlich.

Ursache

Belastungen und Stress

Kritische Lebensereignisse, anhaltender Stress oder eine allgemein erhöhte Ängstlichkeit machen anfälliger für Krankheitsängste. Oft beginnt eine hypochondrische Störung in einer Lebensphase, in der Betroffene ohnehin stark gefordert oder verunsichert sind.

Ursache

Kontroll- und Sicherheitsverhalten

Ständiges Abtasten, wiederholte Arzttermine und die Recherche von Symptomen im Internet bringen kurzfristig Erleichterung. Langfristig halten sie die Angst jedoch aufrecht, weil Betroffene lernen, dass sich Sicherheit nur durch Kontrolle herstellen lässt.

Symptome einer hypochondrischen Störung

Die Symptome einer hypochondrischen Störung zeigen sich in Gedanken und Gefühlen, in der Körperwahrnehmung und im Verhalten. Nach den gängigen Diagnosekriterien bestehen die Krankheitsbefürchtungen mindestens sechs Monate lang. Nicht jede betroffene Person erlebt alle der folgenden Anzeichen.

Gedanken und Gefühle

  • Anhaltende Angst oder feste Überzeugung, an einer schweren Krankheit zu leiden
  • Gedanken, die immer wieder um die eigene Gesundheit und mögliche Diagnosen kreisen
  • Zweifel an unauffälligen Befunden und die Sorge, Ärzte könnten etwas übersehen haben

Körperwahrnehmung

  • Gesteigerte Aufmerksamkeit für Herzschlag, Atmung, Verdauung oder Hautveränderungen
  • Fehldeutung normaler Körperempfindungen als Krankheitszeichen
  • Angstbedingte körperliche Reaktionen wie Herzrasen, Schwitzen, Anspannung oder Schlafstörungen

Verhalten und Alltag

  • Häufiges Abtasten, Pulsmessen oder andere Selbstuntersuchungen
  • Wiederholte Arztbesuche und Arztwechsel auf der Suche nach Gewissheit
  • Intensive Recherche von Symptomen im Internet, oft als Cyberchondrie bezeichnet
  • Bei manchen Betroffenen das Gegenteil: Vermeiden von Arztbesuchen aus Angst vor einer Diagnose
  • Ständiges Bedürfnis nach Rückversicherung durch Angehörige oder Freunde

Hypochondrische Störung, Somatisierungsstörung oder Angststörung?

Bei der hypochondrischen Störung steht die Angst vor einer bestimmten schweren Krankheit im Mittelpunkt. Bei der Somatisierungsstörung dagegen leiden Betroffene vor allem unter vielfältigen, wechselnden körperlichen Beschwerden und wünschen sich in erster Linie deren Linderung.

Auch zu Angststörungen gibt es Überschneidungen: Bei einer generalisierten Angststörung richten sich die Sorgen auf viele Lebensbereiche, bei einer Panikstörung stehen plötzliche Angstattacken im Vordergrund. Weil sich die Behandlungsschwerpunkte unterscheiden und reale körperliche Erkrankungen nicht übersehen werden dürfen, ist eine sorgfältige diagnostische Abklärung wichtig.

Wann sollte ich professionelle Hilfe suchen?

Professionelle Unterstützung ist insbesondere dann sinnvoll, wenn

  • die Angst vor einer Krankheit seit mehreren Monaten besteht und trotz unauffälliger Befunde nicht nachlässt
  • Sie täglich viel Zeit mit Kontrollieren, Recherchieren oder Arztbesuchen verbringen
  • Beruf, Familie oder Freizeit unter der Krankheitsangst deutlich leiden
  • zusätzlich Niedergeschlagenheit, Panikattacken oder Hoffnungslosigkeit auftreten
Frau steht auf einem Parkweg und blickt in die Baumkronen

Hilfe bei hypochondrischer Störung

Die ständige Angst, ernsthaft krank zu sein, raubt Kraft und Lebensfreude. In der Habichtswald Privat-Klinik nehmen wir Ihre Sorgen ernst, statt sie abzutun. Mit tiefem Verständnis, absoluter Diskretion und hoher fachlicher Kompetenz begleiten wir Sie dabei, der Krankheitsangst weniger Raum zu geben und wieder Vertrauen in Ihren Körper zu finden.

Kontakt aufnehmen

Behandlung der hypochondrischen Störung

Eine hypochondrische Störung ist gut behandelbar. Als besonders wirksam gilt die kognitive Verhaltenstherapie. In unserer Privatklinik verbinden wir sie mit ärztlicher Begleitung und körperorientierten Verfahren zu einem multimodalen Behandlungskonzept, abgestimmt auf Ihre individuelle Situation.

  • Umfassende Diagnostik & Anamnese: Zu Beginn sichten wir Ihre bisherigen Befunde und klären offene medizinische Fragen sorgfältig. Wir erfassen Ihre Krankheitsängste, deren Verlauf und mögliche Auslöser, um eine präzise Behandlungsplanung zu ermöglichen.
  • Psychoedukation & Teufelskreis der Angst: Gemeinsam erarbeiten wir, wie Aufmerksamkeit, Fehlbewertung von Körpersignalen und Angst sich gegenseitig verstärken. Dieses Verständnis entlastet viele Betroffene und bildet die Grundlage, um den Kreislauf gezielt zu unterbrechen.
  • Kognitive Verhaltenstherapie: In Einzel- und Gruppentherapie lernen Sie, katastrophisierende Gedanken zu hinterfragen und realistischere Bewertungen zu entwickeln. Schritt für Schritt reduzieren Sie Kontrollverhalten, Rückversicherung und Symptomrecherche und erfahren, dass die Angst auch ohne diese Strategien nachlässt.
  • Körperorientierte Begleittherapien: Bewegungstherapie, Entspannungsverfahren und Achtsamkeitsübungen helfen, Körperempfindungen wieder neutraler wahrzunehmen und Vertrauen in den eigenen Körper aufzubauen.
  • Alltagstransfer & Nachsorge: Wir erarbeiten mit Ihnen Strategien für Momente, in denen Krankheitsangst aufkommt, und planen die ambulante Weiterbehandlung, damit das Erreichte dauerhaft trägt.
Ärztin und Therapeut in der Habichtswald Privat-Klinik